• Thomas Hanna Somatics

Der Start-Reflex ist eine neuromuskuläre Aufrichtungsreaktion auf positiven Stress (Eustress). Die Muskulatur des unteren Rückens (Lendenwirbelsäule) zieht die Wirbelsäule in die sog. Lendenlordose und streckt den Körper aus seiner natürlichen S-Haltung heraus in einen angespannten Bogen.

Start-Reflex_Thomas Hanna

Neben der gesamten Wirbelsäule inklusive der Rückenmuskulatur (Körperrückseite) sind auch alle Muskeln und Gelenke der Extremitäten, welche an aussenrotatorischen Bewegungsmustern beteiligt sind, in den Start-Reflex einbezogen.

Ein Sprinter, der in Startposition geht, spannt seinen Körper während der Aufforderung: „auf die Plätze, fertig, los!" maximal vor. Diese Haltung symbolisiert die muskuläre Situation des Start-Reflexes.

Aus neurologischer Sicht ist dieser Reflex ein Meilenstein in der Entwicklung des Menschen, der notwendig ist, um Körperspannung aufzubauen. Schon der Säugling benötigt diese reflexhafte Körperspannung, um in der Lage zu sein, nach "vorne" und "hoch" zu kommen. Der Start-Reflex ist zudem der stärkste Stimulus, der uns im Leben antreibt und uns mit der nötigen Kraft ausstattet, unsere Vorhaben auch wirklich "anzugehen". Auf Körperebene heißt das neben einer anfangs für eine Bewegung notwendigen „Vorspannung", die Körperspannung über eine Zeit zu halten, um ein Ziel erreichen zu können.

Folgende Muskeln sind in der Muskelkette des Startreflexes aktiviert: Musculus splenius capitis, Musculus deltoideus (aussenrot.), Musculucs erectorspinae, Musculus trapezius pars ascendens, pars transversus und pars descendens, Musculus rhomboidei, Musculus gluteus maximus, medius und minimus, Musculus piriformis, Musculus ischioruralis, Musculus gastrocnemius, Musculus soleus, Musculus peroneus longus und brevis, alle Aussenrotatoren der Arme, Hände und Beine etc.

Der Start-Reflex wirkt aber weit über die Körperebene hinaus und hilft uns in Beruf und Alltag: Vertreter dieser „Reflexnatur" sind erfolgreich und haben oft eine leitende Position inne oder bewältigen ihren Alltag mit Bravour.

Problematisch wird die Muskelanspannung, welche wir für den Start-Reflex benötigen, erst dann, wenn wir diese unbewusst über einen langen Zeitraum hinweg halten und eine Entspannungsphase ausbleibt. Wie sich beim Atmen das Ein- und Ausatmen die Waage halten, muss Muskelanspannung und -entspannung im Gleichgewicht sein, um gesund zu bleiben. Auch der leistungsfähigste Körper braucht Zeit zur Regeneration.

Um den Start-Reflex zu neutralisieren sollte man die sensomotorischen Grundübungen von Thomas Hanna ausprobieren und am besten regelmäßig praktizieren. Dadurch rehabilitiert sich das gesamte Streck-Reflexsystem und der Muskeltonus erholt sich.

Um hierbei keine Fehler zu machen, und vor allem erfolgreich zu "neutralisieren" ist ein in dieser Technik erfahrener Therapeut unabdingbar. Der Therapeut hilft die sensomotorische Körpererfahrung zu erleben und dadurch besser zu Hause dem Erlebten nachempfinden und üben. Der Therapeut kann massive, chronische Start-Refelxmuster aufzuspüren und behandeln - und therapeutisch neutralisieren. Diese Therapieform und Technik wird allgemein als sehr wohltuend empfunden und bewertet.

 
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