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Hanna Somatics Behandlung: Ablauf und Denkmodell

Auf dieser Seite beschreibe ich, wie eine Hanna-Somatics-Behandlung bei mir abläuft und wie Thomas Hanna Muskelspannung erklärt. Kosten, Anfahrt und Termin stehen auf der Seite Hanna Somatics in Mainz.

Was die Behandlung leistet und was nicht

Hanna Somatics ist bei mir eine Einzelbehandlung, in der Sie mitarbeiten; zwischen den Terminen üben Sie mit Eigenübungen allein weiter. Das Denkmodell, dem die Behandlung folgt, erkläre ich im nächsten Abschnitt, den Ablauf danach Schritt für Schritt.

Dass die Behandlung nach diesem Denkmodell wirkt, ist nicht nachgewiesen. Was ich zur Studienlage gefunden habe, steht unter Ist Hanna Somatics wissenschaftlich untersucht?.

Was die Behandlung nicht ist

  • Sie ist keine Diagnose und ersetzt keine notwendige ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Wann eine ärztliche Abklärung vorher sinnvoll ist, steht auf der Seite Hanna Somatics in Mainz.
  • Sie ist kein Kurs, keine Gruppe und keine Ausbildung.

Ob und was sich bei Ihnen verändert, sage ich nicht voraus.

Wie Thomas Hanna Muskelspannung erklärt

Nach der Lehre von Thomas Hanna liegt Muskelspannung nicht allein im Muskel, sondern auch in der Steuerung durch das Nervensystem. Ein Beispiel: Nach einem Knöchelbruch gehen Sie mit einer Schonhaltung, damit der Fuß nicht schmerzt. Der Knöchel heilt, aber das Gehirn kann die Schonhaltung nach dieser Lehre weiter ansteuern, weil es sie als gewohnte Spannung gespeichert hat. In der Behandlung arbeite ich mit Wahrnehmung und Bewegung: Sie nehmen die Spannung wahr, und ich führe die Bewegung. Das ist ein Denkmodell nach Hanna, keine medizinische Diagnose.

Die einzelnen Begriffe der Lehre erkläre ich auf eigenen Seiten:

  • Sensomotorische Amnesie: Hannas Name dafür, dass das Gehirn die Spannung eines Muskels nicht mehr verlässlich wahrnimmt; ein Denkmodell, kein medizinischer Diagnosebegriff.
  • Die drei Reflexmuster: Hanna beschreibt drei Muster, die die Muskelspannung regeln, jedes mit einem typischen Haltungsbild; die Seite stellt Auslöser, Haltung und Körperseite nebeneinander.
  • Start-Reflex: das Muster der Körperrückseite, aufgerichtet und leicht nach hinten gestreckt, mit dem Bild des Sprinters im Startblock.
  • Stop-Reflex, auch Stoppmuster: das Muster der Körpervorderseite, vorgebeugt und in sich gekrümmt, bildlich ein Rückzug zur Mitte des Beckens.
  • Trauma-Reflex: ein einseitiges Haltungsmuster nach einer Verletzung oder einem Unfall; mit Traumatherapie hat der Name nichts zu tun.
  • Pandiculation: woher das Wort kommt, die Phasen nach Hanna und der Unterschied zum Dehnen.
  • Somatische Übungen nach Thomas Hanna: das Prinzip der Übungen und Beispiele nach Lage.

So läuft eine Behandlung ab

Der Ablauf folgt dem Denkmodell von Hanna: erst wahrnehmen, dann bewegen, dann allein üben. Jede Behandlung hat sechs Schritte, vom Gespräch über die geführte Bewegung bis zur Eigenübung für zu Hause.

Der Ersttermin

Der Ersttermin beginnt mit einem Gespräch. Ich frage nach Ihrem Anliegen, nach Ihrer Vorgeschichte und danach, was Sie bisher ausprobiert haben. Am Ende des Gesprächs frage ich ausdrücklich, was Sie selbst erreichen möchten, und richte die Behandlung danach aus. Danach mache ich einen Befund: Ich sehe mir an, wie Sie liegen, sitzen, stehen und gehen. Die erste Behandlung folgt im selben Termin. Wie Sie den Ersttermin vereinbaren, steht auf der Seite Hanna Somatics in Mainz.

Jede Behandlung in sechs Schritten

  1. Ausgangslage. Sie schildern mir, wie es Ihnen heute geht und was Sie seit dem letzten Termin bemerkt haben.
  2. Befund. Ich sehe, wie Sie sich bewegen und welche Muskeln dabei angespannt bleiben.
  3. Muster wahrnehmen. Unter meiner Anleitung lernen Sie, das Anspannungsmuster zunächst wahrzunehmen: wo die Spannung sitzt und wie sie sich anfühlt.
  4. Geführte Bewegung. Ich führe die Bewegung, halte sie und gebe Widerstand. Sie spannen den Muskel langsam an, halten kurz und lassen sehr langsam los. Die Lehre nennt diesen Ablauf Pandiculation, auch Pandikulation geschrieben; mehr dazu unter Pandiculation.
  5. Nachspüren. Sie nehmen wahr, wie sich der Muskel nach dem Loslassen anfühlt.
  6. Eigenübung. Ich zeige Ihnen eine Eigenübung für zu Hause, die zu dem passt, was wir in der Behandlung gemacht haben. Mehr dazu unter Somatische Übungen nach Thomas Hanna.

Was Sie tun, was ich tue

Sie Ich
Sie schildern, wie es Ihnen geht. Ich frage nach, mache den Befund und erkläre, was ich sehe.
Sie spannen den Muskel langsam an. Ich führe die Bewegung, halte sie und gebe Widerstand.
Sie lassen sehr langsam los und achten darauf, was Sie wahrnehmen. Ich achte auf das Tempo und darauf, dass die Bewegung in einem Bereich bleibt, der für Sie angenehm ist.
Sie üben zwischen den Terminen zu Hause. Ich zeige die Eigenübung und gehe sie mit Ihnen durch.

Die Behandlung findet überwiegend im Liegen auf der Behandlungsliege statt, einzelne Bewegungen auch im Sitzen oder Stehen. Tragen Sie bequeme Kleidung, in der Sie sich gut bewegen können. Ich berühre Sie mit den Händen, um die Bewegung zu führen und zu halten, und sage vorher, wo.

Was Sie in der Behandlung spüren

In der Behandlung spüren Sie die Anspannung des Muskels, das kurze Halten und die langsame Bewegung beim Loslassen. Ist Ihnen etwas unangenehm, sagen Sie es, dann ändere ich die Bewegung. Was Sie nach der Behandlung wahrnehmen, steht unter Häufige Fragen.

Der Verlauf über mehrere Termine

Von Termin zu Termin sehe ich, was Sie wahrnehmen, und passe den Ablauf und die Eigenübungen an. Wie viele Termine es werden, richtet sich nach dem Ziel, das wir im Ersttermin festhalten. Eine Terminzahl oder ein Ergebnis sage ich nicht zu.

Wenn Sie Hannas Übungen schon kennen

Viele, die zu mir kommen, kennen Hannas Übungen schon aus einem Buch oder einem Video. Im Gespräch und im Befund frage ich genau nach, wie Sie sich bewegen; dass sich die Wahrnehmung schon dabei verändert, erlebe ich oft. In der Behandlung gebe ich Ihnen Rückmeldung zu Tempo und Ausführung.

Hanna Somatics, Feldenkrais, Pohltherapie und verwandte Verfahren

Die Methode stammt von Thomas Hanna; er nahm 1975 an der ersten amerikanischen Feldenkrais-Ausbildung teil [1]. Über sein Leben, sein Buch „Beweglich sein – ein Leben lang“ und seine Lehre lesen Sie unter Thomas Hanna: Leben, Buch, Lehre.

Neben Hanna Somatic Education [1] heißt die Methode bei Essential Somatics in den USA Clinical Somatics oder Clinical Somatic Education [2]. Im deutschsprachigen Raum bauen eigene Verfahren auf Hanna auf: Sensomotorics von Beate Hagen [3] und die Pohltherapie von Helga Pohl, die Hanna Somatics mit Myogelosen- und Bindegewebsbehandlung verbindet [4].

Die Tabelle vergleicht Verfahren nach Merkmalen, ohne Wertung:

Verfahren Grundlage laut Lehre Rolle des Klienten Berührung Format In meiner Praxis
Hanna Somatics Thomas Hanna, Novato Institute, 1975: Pandiculation, Wahrnehmungs- und Bewegungslernen [2] aktiv beteiligt, spannt an und lässt los [2] ja, in der Behandlung (geführte Bewegung); Eigenübungen ohne Berührung Einzelbehandlung mit Eigenübungen ja
Feldenkrais Moshé Feldenkrais: Bewegung und gelenkte Aufmerksamkeit, um die Selbstwahrnehmung zu entwickeln [5] aktiv, als „Student“ bezeichnet [5] Funktionale Integration mit Berührung, Lektionen in der Gruppe verbal [5] Einzelarbeit oder Gruppe [5] Weiterbildung, fließt in meine Arbeit ein
Alexander-Technik F. M. Alexander: effiziente Bewegung, Beziehung von Kopf, Nacken und Wirbelsäule [6] Schüler wird verbal und manuell angeleitet [6] verbal und manuell [6] Einzelstunden von 30 Minuten bis zu einer Stunde [6] ja, als eigene Leistung: Alexander-Technik
Pohltherapie Helga Pohl: Hanna Somatics, Myogelosen- und Bindegewebsbehandlung [4] Patient spannt Muskeln bewusst an, der Therapeut führt [4] ja, über Berührung und Bewegung [4] keine Angabe nein, ich biete sie nicht an
Somatic Experiencing Peter Levine: traumabezogener somatischer Ansatz [2] keine Angabe keine Angabe keine Angabe nein, ich biete es nicht an
Dehnen (Stretching) Sammelbegriff für Techniken, die Muskel oder Sehne bewusst verlängern [7] aktiv durch eigene Kraft oder passiv durch äußere Kraft [7] bei passivem Dehnen mit Hilfe einer Person [7] je nach Technik kein eigener Schritt im Ablauf

Häufige Fragen zur Behandlung

Was spüren Menschen nach einer Behandlung?

Das ist verschieden. Was Sie nach einer Behandlung wahrnehmen, besprechen wir zu Beginn des nächsten Termins, und ich passe den Ablauf daran an.

Ist Hanna Somatics wissenschaftlich untersucht?

Eine Suche in der Literaturdatenbank Europe PMC nach „Hanna somatic“ ergab im Oktober 2026 sechs Treffer [10]. Einer davon ist eine retrospektive Auswertung von 103 Personen (Huang und Babgi, 2022), die zwei bis fünf Einzeltermine von 40 bis 60 Minuten im Abstand von ein bis zwei Wochen betrachtet, ohne Vergleichsgruppe; die Autoren schreiben selbst, dass die Wirksamkeit zuvor nicht untersucht war [8]. Meine Beobachtungen in der Praxis sind klinische Beobachtungen, kein Nachweis.

Was heißt „Trauma-Reflex“? Ist das Traumatherapie?

Nein. „Trauma-Reflex“ ist der Name, den Thomas Hanna für ein einseitiges Haltungsmuster nach einer Verletzung oder einem Unfall verwendet [9]; gemeint ist eine körperliche Verletzung, kein seelisches Trauma. Mit Traumatherapie hat der Name nichts zu tun, und Psychotherapie ersetzt Hanna Somatics nicht. Wie das Muster aussieht, steht unter Trauma-Reflex.

Kosten, Anfahrt und Termin

Kosten, Abrechnung, Anfahrt und Terminvereinbarung stehen auf der Seite Hanna Somatics in Mainz.

Quellen